Bad Sooden-Allendorf/Wahlhausen. Horst Zbierski, Chronist und langjähriger Bürgermeister von Bad Sooden-Allendorfs Thüringischem Nachbardorf Wahlhausen, formulierte es treffend: "Immer, wenn wir dieses Lied heute hören, denken wir an diesen Tag."
Mit dem Choral "Ich bete an die Macht der Liebe" hat sich der 18. November 1989 in die Köpfe der Bürger von Wahlhausen (Thüringen) und Bad Sooden-Allendorf (Hessen) eingebrannt. Am frühen Morgen dieses bitterkalten Tages passierte, was niemand mehr für möglich gehalten hatte: Die Grenze, die fast vier Jahrzehnte lang zwischen dem Ost-Dorf und der West-Stadt stand, wurde geöffnet.
Nur in seltenen Fällen hatte das DDR-Regime eine Besuchsreise zugestimmt, die es einem Wahlhäuser möglich machte, zu den nur einen Kilometer entfernten Nachbarn in den Westen zu gelangen. Dass ein Bad Sooden-Allendorfer ins im Sperrgebiet liegende Wahlhausen reiste, war völlige Utopie, weil ein Westler niemals den dafür notwendigen Passierschein erhalten hätte.
In diesem Film, der anlässlich des 20. Jahrestags der Grenzöffnung produziert wurde, kommen Zeitzeugen aus Wahlhausen und Bad Sooden-Allendorf zu Wort. Neben historischen Fotografien, Videos und Filmen gibt es auch ein Wiedersehen mit den legendären Höhberg-Musikanten, die an jenem Novembertag "Ich bete an die Macht der Liebe" intonierten.
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Eine Produktion von Martin Schülbe.